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Ratgeber

Rettungstuch

Rettungstuch: Evakuierung & Transport - DIN EN 1865

Rettungstuch richtig einsetzen: Robustes Polyestergewebe mit 6 Tragegriffen für Evakuierung und Transport. Anleitung und Kaufberatung für Betriebe in Österreich.

Aktualisiert: 12. März 2026
Expertenwissen
ÖNORM-konform
Rettungstuch
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Was ist ein Rettungstuch - und was es nicht ist

Ein Rettungstuch (auch Evakuierungstuch oder Bergetuch) ist eine flexible Tragehilfe aus strapazierfähigem Polyestergewebe, ausgestattet mit sechs robusten Tragegriffen - drei auf jeder Längsseite. Es dient dazu, verletzte, bewusstlose oder bewegungsunfähige Personen schnell und sicher zu transportieren oder aus einer Gefahrenzone zu evakuieren.
Häufig wird das Rettungstuch mit der Rettungsdecke verwechselt - dabei handelt es sich um grundlegend verschiedene Produkte. Die Rettungsdecke ist eine dünne gold-silberne Aluminiumfolie zum Wärmeschutz und wiegt kaum mehr als ein Brief. Das Rettungstuch hingegen ist ein robustes, waschbares und desinfizierbares Textil, das körperliche Kräfte überträgt und Personen trägt. Es ersetzt in vielen Situationen eine starre Trage - besonders dort, wo Platz fehlt.
Das Rettungstuch von Wagner Verbandstoffe besteht aus reißfestem Polyester, lässt sich platzsparend verstauen und ist sowohl für den betrieblichen als auch den institutionellen Einsatz konzipiert.
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Einsatzbereiche: Wo wird ein Rettungstuch benötigt?

Das Rettungstuch deckt ein breites Spektrum an Einsatzszenarien ab, in denen konventionelle Tragen scheitern oder nicht verfügbar sind:
Betriebe und Industrieanlagen: Enge Maschinengassen, mehrstöckige Produktionshallen oder Lagerbereiche, in denen eine starre Trage nicht manövrierbar ist.
Pflegeheime und Pflegeeinrichtungen: Transport bettlägeriger oder gestürzter Bewohner - ohne schweres Equipment, aber mit maximaler Kontrolle durch mehrere Pflegepersonen.
Öffentliche Einrichtungen und Veranstaltungen: Schulen, Einkaufszentren, Stadien und Veranstaltungsorte, wo im Ernstfall schnelles Handeln ohne Spezialausrüstung gefragt ist.
Katastrophenschutz und Feuerwehr: Bei Massenanfall von Verletzten oder in Bereichen, die für Fahrzeuge unzugänglich sind.
Beengte Räume und Treppenhäuser: Das flexible Gewebe passt sich der Geometrie enger Fluchtwege an - ein entscheidender Vorteil gegenüber Starrtragen.
Die vollständige Erste-Hilfe-Ausrüstung sollte in jedem dieser Kontexte auf die spezifischen Risiken abgestimmt sein. Ein Rettungstuch ergänzt das klassische Erste-Hilfe-Set sinnvoll, wenn Personenrettung ein realistisches Szenario darstellt.
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Richtiger Einsatz: So wird das Rettungstuch korrekt verwendet

Die sachgemäße Anwendung eines Rettungstuches ist entscheidend für die Sicherheit der zu rettenden Person und der Helfer:
1. Tuch ausbreiten: Das Rettungstuch vollständig entfalten und möglichst flach neben oder unter die betroffene Person legen. Bei liegenden Personen wird das Tuch seitlich untergeschoben, indem die Person vorsichtig gekippt wird.
2. Helfer positionieren: Mindestens zwei Helfer sind erforderlich - bei schwereren Personen empfehlen sich drei bis vier. Jeder Helfer übernimmt einen oder zwei Tragegriffe auf seiner Seite.
3. Koordiniertes Anheben: Auf Kommando heben alle Helfer gleichzeitig an. Ein Helfer übernimmt die Führung und gibt die Ansage. Gleichmäßige Kraftverteilung verhindert Überbelastungen einzelner Helfer.
4. Transport und Ablage: Das Tuch ermöglicht sowohl das Tragen als auch das Ziehen (z. B. über glatte Böden). Die Person wird stets achsengerecht gelagert - insbesondere bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen.
Das Rettungstuch ist reißfest und für den Dauereinsatz ausgelegt. Nach dem Einsatz kann es mit gängigen Desinfektionsmitteln gereinigt werden - ein wichtiger Hygienefaktor in Pflegeeinrichtungen und medizinischen Betrieben.
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Rechtliche Grundlagen in Österreich

In Österreich sind Arbeitgeber durch das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) § 26 verpflichtet, geeignete Erste-Hilfe-Maßnahmen und die dafür notwendige Ausstattung bereitzustellen. Die Arbeitsstättenverordnung (AStV) § 39 konkretisiert diese Pflichten für stationäre Arbeitsstätten.
Das Rettungstuch ist kein vorgeschriebener Bestandteil des Erste-Hilfe-Koffers gemäß ÖNORM Z 1020:2025 (dieser enthält u. a. die Rettungsdecke zur Wärmeisolierung). Das Rettungstuch gehört zur erweiterten Erste-Hilfe-Ausrüstung und ist besonders dann sinnvoll, wenn die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs Personenrettungsszenarien identifiziert - etwa in mehrgeschossigen Gebäuden, Pflegeeinrichtungen oder Produktionsstätten mit eingeschränkten Fluchtwegen.
Detaillierte Informationen zur gesetzeskonformen Ausstattung finden Sie in unserem Ratgeber zur Erste-Hilfe-Ausstattung für Betriebe sowie im Überblick über Erste-Hilfe-Koffer und Verbandskästen.
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Kaufberatung: Worauf beim Rettungstuch achten?

Nicht jedes Rettungstuch ist gleich. Wer auf der Suche nach dem richtigen Produkt ist, sollte folgende Qualitätsmerkmale prüfen:
Norm DIN EN 1865: Achten Sie darauf, dass das Rettungstuch nach DIN EN 1865 gefertigt ist. Diese europäische Norm definiert Anforderungen an Material, Belastbarkeit und Verarbeitung. Standard-Rettungstücher tragen 150–200 kg.
Material und Reißfestigkeit: Hochwertiges Polyestergewebe (ca. 650 g/m²) ist Pflicht. Es muss auch bei maximaler Last und ruckartiger Belastung zuverlässig halten.
Anzahl und Qualität der Tragegriffe: Sechs Griffe (je drei pro Seite) sind der Standard nach DIN EN 1865 - sie ermöglichen eine gleichmäßige Lastverteilung auf mehrere Helfer. Die Griffe müssen fest vernäht und mit verstärkten Nähten ausgeführt sein.
Reinigung und Desinfektion: Gerade in Pflegeeinrichtungen und medizinischen Betrieben ist die Möglichkeit zur Wischdesinfektion entscheidend.
Lagerung: Ein platzsparendes Format erleichtert die Integration in bestehende Erste-Hilfe-Schränke oder Notfallstationen.
Das Rettungstuch von Wagner Verbandstoffe bietet strapazierfähiges Polyester, sechs verstärkte Tragegriffe, wischtaugliche Oberfläche und kompakte Lagerung.
Häufige Fragen

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