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Rettungsdecke

Nur wenige Gramm schwer, vermindert die aluminiumbedampfte Folie den Wärmeverlust und schützt Verletzte vor Wind, Nässe und Auskühlung. In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum beim Wärmeerhalt die Farbseite kaum entscheidend ist, wie die Rettungsdecke bei direkter Sonneneinstrahlung richtig verwendet wird, warum die ÖNORM Z 1020:2025 für einen normkonformen Erste-Hilfe-Koffer drei Stück vorsieht und wo die Decke sonst noch nützt.

Aktualisiert: 11. August 2026
Expertenwissen
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Rettungsdecke
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Rettungsdecke - ein unverzichtbares Erste-Hilfe-Hilfsmittel

Die Rettungsdecke (auch Rettungsfolie oder Notfalldecke genannt) gehört zu den wichtigsten Bestandteilen vieler Erste-Hilfe-Ausstattungen. Die dünne, aluminiumbedampfte Kunststofffolie wiegt nur wenige Gramm und kann im Notfall dazu beitragen, weiteren Wärmeverlust zu begrenzen.
Die metallische Beschichtung vermindert den Wärmeverlust durch Wärmestrahlung. In der Praxis sind die richtige Anwendung sowie der Schutz vor Wind und Nässe mindestens ebenso wichtig. Eine Rettungsdecke wärmt nicht aktiv und ersetzt bei Kälte weder isolierende Kleidung und Decken noch den Schutz vor Bodenkälte. Ein nach der aktuellen ÖNORM Z 1020:2025 ausgestatteter Erste-Hilfe-Koffer enthält 3 aluminiumbedampfte Rettungsdecken (210 cm × 160 cm, silber- oder andersfärbig, Foliendicke 12 µm). Auch Ausstattungen nach den Fahrzeugnormen ÖNORM V 5100 und V 5101 enthalten eine Rettungsdecke.
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Gold- und Silberseite richtig verwenden

Die goldene und die silberne Seite sind keine getrennten Heiz- und Kühlseiten. Beide reflektieren Wärmestrahlung ähnlich stark; entscheidend ist vor allem, wie die Rettungsdecke eingesetzt wird:
Wärmeerhalt bei Kälte: Für die praktische Schutzwirkung ist es kaum entscheidend, welche Farbseite nach außen zeigt. Gemäß Gebrauchsanweisung unseres Holthaus-Modells liegt die Silberseite zum Betroffenen und die Goldseite zeigt nach außen. Wichtiger sind eine Luft- oder Kleidungsschicht zwischen Körper und Folie, ein möglichst windgeschützter Einsatz sowie zusätzliche Isolation gegen den kalten Boden.
Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung: Gemäß Gebrauchsanweisung unseres Holthaus-Modells zeigt die Silberseite zur Sonne. Spannen Sie die Rettungsdecke mit Abstand wie ein Sonnensegel über die Person. Entscheidend sind der erzeugte Schatten und eine gute Luftzirkulation; die Decke kühlt den Körper nicht aktiv. Wickeln Sie eine überhitzte Person nicht darin ein, weil dies den Wärmeverlust durch Luftbewegung und Verdunstung behindern würde. Bei Verdacht auf Hitzschlag sofort den Notruf 144 wählen und mit aktiver Kühlung beginnen.
Praxis-Tipp: Verlieren Sie beim Wärmeerhalt keine Zeit mit der Wahl der Farbseite. Die korrekte Abdeckung ist wichtiger. Bei Tageslicht kann die Goldseite besonders vor Schnee und Eis einen gut sichtbaren Farbkontrast bieten. Eine vollständige Abdeckung mit der Folie kann allerdings die Erkennung einer Person durch Wärmebildkameras erschweren.
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Normen und Vorschriften in Österreich

In Österreich führen mehrere ÖNORMEN Rettungsdecken als Bestandteil normgerechter Erste-Hilfe-Ausstattungen. ÖNORMEN sind technische Standards und nicht automatisch gesetzlich verpflichtend; verbindlich werden sie insbesondere durch gesetzliche Verweise, Bescheide oder Verträge.
Betriebe (ÖNORM Z 1020:2025): Ein nach der aktuellen Norm ausgestatteter Erste-Hilfe-Koffer für Betriebe enthält 3 aluminiumbedampfte Rettungsdecken (210 cm × 160 cm, silber- oder andersfärbig, Foliendicke 12 µm). Gegenüber den früheren Typen 1 und 2 der Ausgabe 2006 mit einer bzw. zwei Rettungsdecken wurde die Zahl damit erhöht. Das allgemeine Arbeitsschutzrecht legt keine konkrete Rettungsdeckenzahl fest; Art und Umfang der Ausstattung richten sich nach Beschäftigtenzahl und Gefährdung. Bestehende Koffer nach der Ausgabe 2006 können laut Arbeitsinspektion weiterverwendet werden.
Mehrspurige Kraftfahrzeuge (ÖNORM V 5101:2026): Eine Ausstattung nach der aktuellen Fahrzeugnorm enthält 1 Rettungsdecke.
Einspurige Kraftfahrzeuge (ÖNORM V 5100:2026): Eine Ausstattung nach der aktuellen Motorradnorm enthält ebenfalls 1 Rettungsdecke.
Gesetzliche Mitführpflicht im Straßenverkehr: § 102 Abs. 10 KFG verlangt geeignetes und geschützt verpacktes Verbandzeug, nennt jedoch weder eine Rettungsdecke noch die beiden Fahrzeug-ÖNORMEN ausdrücklich.
Ausführung des angebotenen Modells: Die verlinkte Holthaus-Rettungsdecke besteht aus aluminiumbedampfter Polyesterfolie, ist gold/silber, 160 cm × 210 cm groß, mehr als 12 μm dick und einzeln verpackt. Die genauen Anforderungen anderer Rettungsdecken hängen von der jeweiligen Normausgabe und dem Produkt ab.
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Einsatzgebiete über die Erste Hilfe hinaus

Neben dem klassischen Einsatz in der Ersten Hilfe hat die Rettungsdecke weitere praktische Anwendungen:
Outdoor und Wandern: Kompakter, kurzfristiger Notfallschutz bei plötzlichem Wetterumschwung, etwa als provisorische Wind- und Nässesperre. Die dünne Folie ist jedoch kein vollwertiger Biwaksack.
Sport und Veranstaltungen: Wärmeerhalt für erschöpfte oder auskühlende Personen nach dem Zieleinlauf und bei Sportveranstaltungen im Freien. Für überhitzte Sportler ist das Einwickeln in eine Rettungsdecke keine Kühlmaßnahme.
Katastrophenschutz: Massenversorgung bei Evakuierungen, als Signalmittel dank der reflektierenden Oberfläche.
Camping und Survival: Improvisierter Sonnenschutz, optisches Signalmittel oder wasserdichte Zusatzschicht zu einer isolierenden Unterlage. Allein schützt die dünne Folie nicht ausreichend vor Bodenkälte.
Eine Rettungsdecke ist klein, leicht und kostengünstig - es gibt keinen Grund, keine dabei zu haben.

Häufige Fragen

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